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Plakat-Aktionen gegen Sondermüllverbrennungsanlage Theo Steil in Eberswalde
29.03.2008 01:46:42 von Andreas_Steiner

In beeindruckender Weise wehren sich die Bürgerinnen und Bürger von Eberswalde und Schorfheide mit Plakat-Aktionen gegen die geplante Sondermüllverbrennungsanlage der Theo Steil GmbH:
http://www.bar-blog.de/2008/03/27/plakat-aktionen-gegen-sondermuellverbrennungsanlage-theo-steil-in-eberswalde/


Auf der Homepage der Bürgerinitiative für eine gesunde Umwelt – Schorfheide e.V. (BI-S) /www-mva-eberswalde.de) sind einige davon abgebildet.

In der breiten Bevölkerung wird diese Sondermüllverbrennungsanlage abgelehnt: Mehr als 14.000 Unterschriften und über 4.000 Einwendungen sprechen eine deutliche Sprache. Bedauerlicherweise wurde der Bau im Dezember 2007 durch das Landesumweltamt Brandenburg (LUA) unter Minimalanforderungen genehmigt. Es war ein schönes Weihnachtsgeschenk der Behörden an das Unternehmen! Denn der Betreiber hat seine Wünsche damit zu fast 100% erfüllt bekommen.

Die Genehmigung bedeutet grünes Licht für subventionierten Mülltourismus nach Eberswalde. Zur Profitmaximierung eines einzelnen Unternehmens, gegen den Willen der Anwohner und zum Schaden der Region. Ein kontraproduktives Signal für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Wirtschafts- und Umweltpolitik im Land und unvereinbar mit dem Leitbild „Eberswalde 2020″.

Anfang des Jahres hat dann ein anonymer Unternehmer aus dem Barnim für die Verhinderung der Steil-Sondermüllverbrennung in Eberswalde 10.000 Euro ausgelobt. Eine Prämie, die noch auf den „Weißen Ritter“ wartet.

Derzeitiger Verfahrensstand ist, dass beim Landesumweltamt knapp 100 Widersprüche gegen die Genehmigung der Sondermüllverbrennungsanlage eingegangen sind. Sie haben aufschiebende Wirkung. Im Zuge einer Baufeldräumung ist die Beseitigung des Vegetationsbestandes auf der geplanten Anlagenfläche im Zeitraum vom 15. März bis 15. September eines Kalenderjahres jedoch nicht zulässig. Ein Baubeginn vor Mitte September 2008 wäre damit ausgeschlossen.
Eine solche eingeräumte „Gnadenfrist“ sollte von Gegnern der Sondermüllverbrennungsanlage auf vielfältige Weise gut genutzt werden!

In der heutigen Ausgabe der MOZ fordert der Unternehmerverband Barnim für das Unternehmen Steil Rechtssicherheit mit Blick auf die Baugenehmigung.
Mir kommen die Tränen, wenn Verbandssprecher Erhard Polzer vorgibt, dass die von der Stadt Eberswalde eingereichte Klage nicht nur das Bauprojekt, sondern die Existenz der gesamten Firma Theo Steil bedrohen würde. An Hochstapelei ist das wohl kaum zu übertreffen.
Und Steil-Betriebsleiter Wotschke nannte als weitere Gründe für die neue Anlage die Schaffung von Arbeitsplätzen. Wie viele werde es denn wohl sein? 5 vielleicht? Mit konkreten Zahlen hielt sich Herr Wotschke aber zurück.

Der Unternehmerverband Barnim sollte sich besser überlegen, welchen Herren er dienen möchte. Eine diesbezügliche Hofierung der Theo Steil GmbH lässt tief blicken und bedeutet eine Ohrfeige für die benachbarte Großbäckerei Märkisch-Edel. Hier würden Arbeitsplätze in Größenordnung verloren gehen, wenn das Sondermüll-Projekt verwirklicht wird. Gesunde Nahrungsmittel und Gift nebeneinander passen eben nicht zusammen.

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