Landwirtschaftsminister Backhaus will Bemühungen um Wiederanerkennung verstärken
|
| © photocase.com |
 |
|
|
Das Konzept der Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft
|
|
"Ich bedauere das außerordentlich. Gerade in den Nationalparken wird mit hohem Einsatz der Umbau der noch überwiegend naturfernen Wälder in sich künftig selbst regulierende Naturwälder vollzogen. Die Grundlage dafür haben wir bereits 2005 mit einer umfassenden Waldbehandlungsrichtlinie geschaffen", reagierte der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus. "Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich jenen Zustand zu erreichen, der nicht nur die Wiederanerkennung sondern die dauerhafte Zertifizierung gewährleistet. Hier werde ich notfalls energisch durchgreifen und die erforderlichen Maßnahmen treffen." Illegale Holzschlägerungen und überhöhter Wildbestand Einer der beiden für die Aussetzung des Zertifikats Ausschlag gebenden Hauptgründe waren illegale Einschläge von Laubholz im Nationalpark Jasmund. Das zuständige Nationalparkamt konnte diese Verstöße und deren Verursacher teilweise aufklären. Der zweite Hauptkritikpunkt war in beiden Nationalparks der noch immer zu hohe Bestand an Rot- und Dammwild, welcher die angestrebte natürliche Verjüngung der Wälder behindert. Bis die geplanten Managementregeln zu jener nachhaltigen Wildbestandsregulierung führen, die sowohl den Kriterien eines Nationalparks als auch jenen des Forest Stewardship Council (FSC) genügen, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Zwischenergebnisse aus einer gebildeten Arbeitsgruppe befinden sich mittlerweile in der Umsetzung, beispielsweise ein intensives Wildbestandsmonitoring, das objektive Grundlagen für die Festlegung künftiger Abschusspläne liefern soll. Regional sei bei einigen der vorkommenden Wildarten bereits eine Reduktion der Populationsdichte festzustellen. Darüber hinaus seien im Zertifizierungsbericht weitere, aber weniger schwere Verstöße genannt, die von der Nationalparkverwaltung allerdings überwiegend als nicht zutreffend bewertet werden. "Wir können dies daher auch nicht ohne weiteres akzeptieren. Hier besteht noch erheblicher Gesprächsbedarf mit dem zertifizierenden Unternehmen", kündigte Minister Dr. Backhaus an. |